Rhabarber umpflanzen und teilen - so wächst er gut an

22. Juli 2026

Rhabarber umpflanzen: Mit einer Schaufel werden die roten Stiele und Wurzeln aus der Erde gehoben.

Inhaltsverzeichnis

Eine alte Rhabarberstaude wird oft erst dann zum Problem, wenn die Stangen dünner werden, der Platz knapp wird oder die Pflanze im Beet zu viel Schatten bekommt. Wer Rhabarber umpflanzen möchte, sollte deshalb vor allem den richtigen Zeitpunkt, einen gut vorbereiteten Standort und die flache Pflanztiefe beachten. Ich zeige, wie das Teilen und Versetzen gelingt und wie die Staude danach wieder kräftig anwächst.

Mit diesen Grundlagen wächst Rhabarber am neuen Platz gut an

  • Beste Zeit ist der Frühherbst, besonders September oder Oktober.
  • Jede Teilpflanze braucht mindestens eine kräftige Knospe, besser zwei.
  • Planen Sie etwa einen Quadratmeter Platz pro Rhabarberpflanze ein.
  • Die Knospen dürfen nur dünn mit Erde bedeckt sein, sonst droht Fäulnis.
  • Im ersten Jahr nach dem Umsetzen sollte die Pflanze nicht beerntet werden.

Wann sich das Umsetzen wirklich lohnt

Rhabarber kann viele Jahre am selben Ort stehen. Trotzdem lässt die Ernte häufig nach etwa sieben bis zehn Jahren nach, besonders wenn die Stangen immer dünner werden. Die Staude ist ein Starkzehrer und entzieht dem Boden über lange Zeit viele Nährstoffe.

Der beste Zeitpunkt liegt im Frühherbst, wenn die Blätter vergilben und die Pflanze langsam in die Ruhephase geht. Der Boden ist dann noch warm genug für neue Wurzeln, während die Staude kaum noch Blattmasse versorgen muss. Im zeitigen Frühjahr ist das Umsetzen ebenfalls möglich, allerdings sollte es vor dem neuen Austrieb geschehen.

Zeitpunkt Geeignet für Meine Einschätzung
September bis Oktober Teilen, Verjüngen und Umpflanzen Am zuverlässigsten, weil der Boden noch warm ist
Februar bis März Frühes Umsetzen vor dem Austrieb Gut möglich, aber auf trockene oder frostige Phasen achten
Mai bis August Nur im Notfall Ungünstig wegen Hitze, Verdunstung und Erntestress

Ein Standortwechsel ist außerdem sinnvoll, wenn der Rhabarber zu dicht an andere Pflanzen gerückt ist oder der Boden verdichtet und nass bleibt. Auf der neuen Fläche sollte in den vergangenen fünf Jahren möglichst kein Rhabarber gestanden haben. Das verringert das Risiko von Bodenmüdigkeit und Wurzelkrankheiten.

Rhabarber umpflanzen: Mit einer Schaufel werden die roten Stiele und Wurzeln aus der Erde gehoben.

Der neue Standort entscheidet über den Erfolg

Rhabarber wächst besonders kräftig an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. In voller Sonne bilden sich meist dickere Stiele, doch ein heller Platz mit etwas Nachmittagsschatten kann in trockenen norddeutschen Sommern ebenfalls gut funktionieren. Wichtig ist, dass die großen Blätter genügend Raum haben und nicht ständig vom Wind zerzaust werden.

Der Boden sollte tiefgründig, humos und gleichmäßig feucht sein. Staunässe verträgt die Pflanze schlecht, völlige Trockenheit aber ebenso wenig. Ich lockere den Boden vor dem Pflanzen mindestens 30 bis 40 Zentimeter tief und arbeite reichlich reifen Kompost ein.

  • Platzbedarf: ungefähr 1 Quadratmeter pro ausgewachsener Pflanze
  • Boden: nährstoffreich, humos und gut wasserdurchlässig
  • Wasser: feucht halten, aber keine dauerhaft nassen Wurzeln
  • Düngung: Kompost im Frühjahr und bei Bedarf organischer Gemüsedünger

Das Pflanzloch darf ruhig großzügig ausfallen, etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen. Bei schwerem Lehmboden hilft eine gründliche Lockerung mehr als eine dicke Schicht Kies im Loch. Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser im gesamten Beet ablaufen kann.

So teilen und pflanzen Sie die Staude Schritt für Schritt

Vor dem Ausgraben entferne ich die alten Blattstiele bodennah. Danach steche ich mit einem scharfen Spaten rund um den Stock und hebe ihn möglichst vollständig aus. Ein großer Wurzelstock lässt sich leichter teilen, wenn die Erde vorher nicht völlig trocken ist.

  1. Wurzelstock freilegen: Erde vorsichtig abschütteln und die Knospen erkennen.
  2. Teilstücke abtrennen: Mit einem sauberen, scharfen Spaten schneiden, nicht zerreißen.
  3. Größe prüfen: Ein Teilstück sollte ungefähr 400 bis 1000 Gramm wiegen und mindestens eine, besser zwei kräftige Knospen besitzen.
  4. Schnittflächen trocknen lassen: Die Stücke einige Stunden an einem schattigen, luftigen Ort liegen lassen.
  5. Einpflanzen: Das Rhizom waagerecht oder leicht schräg in die vorbereitete Erde legen.
  6. Knospen bedecken: Nur wenige Zentimeter Erde darübergeben, sodass die Augen gerade geschützt sind.
  7. Angießen: Erde andrücken, einen kleinen Gießrand formen und gründlich wässern.

Die häufigste Fehlentscheidung ist eine zu tiefe Pflanzung. Liegen die Knospen mehrere Zentimeter unter einer dicken Erdschicht, treiben sie nur zögerlich aus oder beginnen zu faulen. Flach pflanzen ist hier deutlich sicherer als besonders tief zu setzen.

Wer die Staude lediglich an einen anderen Platz setzen möchte, ohne sie zu teilen, lässt den Wurzelballen möglichst kompakt. Das ist die schonendere Variante. Das Teilen lohnt sich vor allem bei alten, übergroßen Pflanzen oder wenn mehrere neue Stauden entstehen sollen.

Pflege nach dem Umpflanzen

Direkt nach dem Pflanzen braucht Rhabarber vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit. In den ersten Wochen kontrolliere ich den Boden regelmäßig und gieße bei trockenem Wetter durchdringend, statt täglich nur kleine Mengen zu verteilen. Eine Mulchschicht aus Laub, gut verrottetem Kompost oder feinem Rindenhumus hält die Feuchtigkeit länger im Boden.

Im folgenden Frühjahr bekommt die Pflanze eine neue Kompostgabe. Bei nährstoffarmen Böden kann zusätzlich ein organischer Dünger sinnvoll sein. Frischer Mist direkt an den Knospen ist dagegen keine gute Idee, weil er die empfindlichen Wurzeln schädigen kann.

Auf die erste Ernte sollte man nach dem Teilen möglichst ein ganzes Jahr verzichten. Die Blätter liefern der Staude Energie für den Aufbau neuer Wurzeln und Reservestoffe. Selbst bei einem großen, unverletzten Wurzelballen würde ich nur sehr zurückhaltend ernten.

Im zweiten Jahr darf vorsichtig geerntet werden, sofern die Pflanze kräftig austreibt. Die Stangen werden herausgedreht und nicht abgeschnitten. Während der Saison sollten immer mehrere Blätter stehen bleiben, damit die Pflanze weiter Photosynthese betreiben kann.

Diese Fehler bremsen das Anwachsen

Manche Probleme entstehen nicht durch das Teilen selbst, sondern durch ungünstige Bedingungen danach. Besonders häufig sehe ich zu kleine Teilstücke, zu tiefe Pflanzungen und einen Standort, an dem sich nach Regen das Wasser sammelt.

  • Zu kleine Rhizomstücke: Ein einzelnes winziges Auge hat wenig Reserven und wächst deutlich langsamer.
  • Zu tiefe Knospen: Sie treiben schlecht aus und können bei nassem Boden faulen.
  • Umpflanzen im Hochsommer: Die großen Blätter verlieren viel Wasser, während die Wurzeln beschädigt sind.
  • Sofortige Vollernte: Die Pflanze kann kaum neue Wurzeln und Reserven bilden.
  • Zu wenig Abstand: Unter einem Quadratmeter wird es einer ausgewachsenen Staude schnell zu eng.
  • Frischer Mist im Pflanzloch: Konzentrierte Nährstoffe können junge Wurzeln verletzen.

Auch eine Blüte im Frühjahr sollte entfernt werden, wenn die Staude ihre Kraft lieber in Wurzeln und Stiele stecken soll. Dafür den Blütenstand möglichst tief herausdrehen. Die Ernte endet traditionell um den 24. Juni, damit die Pflanze anschließend Reserven für das nächste Jahr einlagern kann.

Ein guter Platz spart später viel Arbeit

Rhabarber ist keine Pflanze, die man jedes Jahr neu sortieren muss. Wenn der Boden tief gelockert, der Abstand großzügig gewählt und die Wasserversorgung zuverlässig ist, kann die Staude viele Jahre am selben Platz bleiben. Genau deshalb lohnt es sich, beim Herbstpflanzen einmal gründlich vorzugehen.

Für einen normalen Hausgarten reichen meist ein bis zwei Pflanzen völlig aus. Das ergibt in der Saison genügend Stangen für Kuchen, Kompott oder Sirup, ohne dass das Beet von einer riesigen Blattkrone überwuchert wird. Nach dem Anwachsen braucht die Staude vor allem Wasser in trockenen Phasen, eine jährliche Kompostgabe und etwas Geduld.

Wer diese drei Dinge beherzigt, wird nach dem Standortwechsel meist schon im folgenden Frühjahr sehen, ob die Pflanze gut angekommen ist. Die kräftigsten Stangen kommen dann nicht durch besonders viel Pflege, sondern durch den passenden Boden, ausreichend Platz und einen behutsamen Start.

Häufig gestellte Fragen

Am zuverlässigsten gelingt das Umpflanzen im Frühherbst, besonders im September oder Oktober. Dann ist der Boden noch warm, während die Staude bereits in die Ruhephase geht. Alternativ ist ein Umsetzen im Februar oder März vor dem Austrieb möglich.

Jedes Teilstück sollte etwa 400 bis 1000 Gramm wiegen und mindestens eine kräftige Knospe, besser zwei, besitzen. Der Wurzelstock wird mit einem sauberen, scharfen Spaten geteilt. Die Schnittflächen lässt man anschließend einige Stunden an einem schattigen, luftigen Ort trocknen.

Die Knospen dürfen nur dünn mit Erde bedeckt sein, sodass sie gerade geschützt sind. Eine zu tiefe Pflanzung kann den Austrieb bremsen und bei feuchtem Boden Fäulnis fördern. Das Rhizom wird waagerecht oder leicht schräg in die vorbereitete Erde gelegt.

Nach dem Teilen sollte im ersten Jahr möglichst vollständig auf die Ernte verzichtet werden. Die Blätter versorgen die Staude dann mit Energie für neue Wurzeln und Reservestoffe. Im zweiten Jahr ist eine vorsichtige Ernte möglich, wenn die Pflanze kräftig austreibt.

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Linda Henkel

Linda Henkel

Mein Name ist Linda Henkel und ich schreibe seit 4 Jahren über das norddeutsche Landleben, Freizeit und Genuss. Die Faszination für die ländliche Kultur und die Vielfalt der regionalen Küche haben mich schon immer begleitet. Ich liebe es, die kleinen Freuden des Lebens zu entdecken und darüber zu berichten, sei es ein gemütlicher Ausflug in die Natur oder ein neues Rezept, das ich ausprobiert habe. In meinen Artikeln lege ich großen Wert darauf, Informationen klar und verständlich zu präsentieren. Ich recherchiere gründlich, vergleiche verschiedene Perspektiven und versuche, komplexe Themen einfach aufzubereiten. Mein Ziel ist es, meinen Lesern nützliche und aktuelle Informationen zu bieten, die ihnen helfen, das norddeutsche Landleben in seiner ganzen Vielfalt zu genießen.

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