Eine Kartoffel mit dunkelblauer Schale und violett marmoriertem Inneren sorgt auf dem Teller sofort für Aufmerksamkeit. Der Blaue Schwede ist eine alte, aromatische Sorte, die sich im norddeutschen Garten ebenso interessant macht wie in der Küche. Ich zeige, woran man ihn erkennt, wie er schmeckt, welche Gerichte wirklich zu ihm passen und was beim Anbau, bei der Ernte und bei der Lagerung wichtig ist.
Die wichtigsten Fakten zur blauen Kartoffelrarität
- Alte Sorte: Der Blaue Schwede wird in Schweden spätestens seit etwa 1880 kultiviert.
- Farbe: Die Schale ist dunkelblau bis violett, das Fruchtfleisch blau-violett und oft weiß marmoriert.
- Kochtyp: Je nach Anbau und Bezugsquelle gilt er als vorwiegend festkochend bis mehligkochend.
- Geschmack: Er schmeckt kräftig, cremig, leicht nussig und etwas erdig.
- Küche: Besonders gut passen Pellkartoffeln, Ofenkartoffeln, Kartoffelsalat, Püree und farbige Beilagen.

Was den Blauen Schweden so besonders macht
Der Blaue Schwede ist keine gefärbte oder unreife Kartoffel, sondern eine eigenständige alte Sorte. Typisch sind die dunkelviolette Schale, flache Augen und ein Inneres, das blau, violett oder blau-weiß marmoriert erscheinen kann. Je nach Knolle fällt die Zeichnung unterschiedlich stark aus, was den Reiz dieser Rarität ausmacht.
Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. In verschiedenen Quellen wird die Sorte auch als Blue Congo oder Idaho Blue bezeichnet, wobei diese Namen nicht immer völlig einheitlich verwendet werden. Sicher ist, dass sie in Schweden eine lange Anbautradition hat und 2006 in Deutschland zur Kartoffel des Jahres gewählt wurde.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Knollenform | Rundoval bis oval, häufig mit flachen Augen |
| Schale | Dunkelblau, violett oder beinahe schwarz wirkend |
| Fruchtfleisch | Blau-violett, oft weißlich marmoriert |
| Reifezeit | Meist mittelfrüh bis mittelspät, abhängig von Standort und Pflanztermin |
| Besonderheit | Alte Sortenrarität mit auffälliger Farbe und kräftigem Geschmack |
Die Farbe entsteht durch natürliche Pflanzenfarbstoffe, vor allem Anthocyane. Sie ist also kein Hinweis auf Verderb. Ich würde mich beim Einkauf trotzdem nicht allein vom Aussehen leiten lassen, sondern auf feste, trockene und unbeschädigte Knollen achten.
Wie die Sorte schmeckt und wofür sie sich eignet
Geschmacklich ist der Blaue Schwede kräftiger als viele moderne Standardsorten. Das Fruchtfleisch schmeckt meist cremig, würzig und leicht nussig, manchmal mit einer erdigen Note. Wer eine sehr milde, gelbfleischige Kartoffel erwartet, wird den Unterschied bemerken.
Beim Kochtyp gibt es unterschiedliche Angaben. In der Praxis liegt die Sorte häufig zwischen vorwiegend festkochend und mehligkochend. Das bedeutet, dass die Knollen beim Kochen noch etwas Struktur behalten können, bei längerer Garzeit aber leicht aufbrechen.
- Pellkartoffeln: Die Schale bleibt als attraktiver Kontrast sichtbar, während das Innere cremig wird.
- Ofenkartoffeln: Die kräftige Aromatik passt gut zu Kräuterquark, Rahmgemüse oder geröstetem Wurzelgemüse.
- Kartoffelsalat: Am besten eignen sich kleinere, nicht zu mehligkochende Knollen. Sie sollten vorsichtig gegart und noch warm angemacht werden.
- Püree: Bei stärker mehligkochenden Knollen entsteht ein farbiges, aromatisches Püree. Es wird eher violett-grau als leuchtend blau.
- Pommes und Chips: Für ein optisches Experiment sind sie interessant, eine dauerhaft kräftige blaue Farbe darf man nach dem Frittieren aber nicht erwarten.
Mein Favorit für diese Sorte ist eine einfache Zubereitung mit Schale. In grobe Stücke geschnitten, mit Öl, Salz, Rosmarin und etwas Knoblauch im Ofen gebacken, kommt der Geschmack besser zur Geltung als in stark gewürzten Gerichten. Für klassische Bratkartoffeln würde ich dagegen eine wirklich festkochende Sorte bevorzugen.
So gelingt der Anbau im norddeutschen Garten
Für den eigenen Garten braucht die alte Sorte keinen besonderen Sonderplatz, aber sie dankt einen sonnigen, lockeren und nicht staunassen Boden. In der Region rund um Trittau und im norddeutschen Tiefland ist ein später Kälteeinbruch im Frühjahr möglich. Deshalb pflanze ich Kartoffeln erst, wenn sich der Boden ausreichend erwärmt hat, meist ab Mitte April.
Pflanzung und Pflege
Verwende ausschließlich gesundes, geprüftes Pflanzgut. Die Knollen kommen etwa 8 bis 10 Zentimeter tief in die Erde. Zwischen den Reihen sind ungefähr 60 bis 75 Zentimeter sinnvoll, zwischen den Pflanzkartoffeln innerhalb einer Reihe etwa 30 bis 35 Zentimeter.
- Den Boden tief lockern und reifen Kompost einarbeiten.
- Die vorgekeimten Knollen mit den kräftigen Trieben nach oben einsetzen.
- Sobald die Pflanzen etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch sind, Erde an den Pflanzenfuß ziehen.
- Das Anhäufeln nach einigen Wochen wiederholen, damit die Knollen dunkel bleiben.
- Bei längerer Trockenheit durchdringend wässern, Staunässe aber vermeiden.
Gerade bei einer blauvioletten Sorte ist das Anhäufeln wichtig, weil Licht nicht nur grüne Stellen verursacht, sondern auch die Qualität der Knollen beeinträchtigt. Ich würde außerdem einen Fruchtwechsel von mindestens drei Jahren einhalten und Kartoffeln nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle setzen.
Lesen Sie auch: Kohlrabi-Mischkultur - Die besten Partner für reiche Ernte
Krautfäule nicht unterschätzen
Der Blaue Schwede sollte nicht als besonders krautfäuleresistente Sorte eingeplant werden. In Anbauversuchen wurde eine mittlere Anfälligkeit für Kraut- und Knollenfäule beschrieben. Ein luftiger Pflanzabstand, gesunde Setzkartoffeln und das Gießen direkt auf den Boden helfen, das Risiko zu begrenzen.
Die Ernte beginnt je nach Pflanzzeit häufig ab August. Für lagerfähige Knollen wartet man, bis das Kraut weitgehend abgestorben ist und die Schale beim Darüberreiben nicht mehr leicht abgeht. Bei sichtbarer Krautfäule kann eine frühere Ernte sinnvoll sein, denn eine späte Ernte ist nicht automatisch die bessere Ernte.Ernten, lagern und sicher zubereiten
Nach dem Ausgraben sollten die Knollen zunächst an einem trockenen, schattigen und luftigen Ort abtrocknen. Erde lässt sich später meist besser lösen als direkt nach der Ernte. Beschädigte Kartoffeln sortiere ich aus und verbrauche sie zuerst, weil kleine Verletzungen die Haltbarkeit deutlich verkürzen.
Für die Lagerung sind 7 bis 10 Grad Celsius im Haushalt ein guter Richtwert. Der Raum sollte dunkel, trocken, frostfrei und gut belüftet sein. Papiertüten, Jutesäcke oder luftige Kisten sind besser geeignet als geschlossene Plastikbeutel. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt außerdem, Kartoffeln nicht dauerhaft im Kühlschrank aufzubewahren, weil die Kälte Geschmack und Konsistenz verändern kann.
Auch bei der farbigen Sorte gelten die üblichen Sicherheitsregeln. Grüne Stellen und Keime sollten großzügig entfernt werden. Sind große Teile der Knolle grün, stark keimend oder bitter riechend, gehört sie nicht mehr auf den Teller. Die violette Farbe selbst ist dagegen kein Grund zur Sorge.
Wie sich die Sorte von anderen blauen Kartoffeln unterscheidet
Nicht jede blau gefärbte Kartoffel schmeckt gleich oder eignet sich für dieselben Gerichte. Wer im Hofladen oder bei einer Saatgutbörse mehrere Sorten entdeckt, kann sich an diesen groben Unterschieden orientieren.
| Sorte | Typische Eigenschaften | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Blaue Schwede | Blau-violett marmoriert, kräftig und cremig | Pellkartoffeln, Ofengerichte, Salat und Püree |
| Vitelotte | Meist stärker durchgehend violett, nussig und eher fest | Salat, Chips und dekorative Beilagen |
| Blaue St. Galler | Vorwiegend festkochende Schweizer Züchtung | Salat, Bratkartoffeln und farbige Pommes |
| Blaue Anneliese | Dunkle Schale, kräftige Farbe und festere Konsistenz | Salzkartoffeln, Salat und Bratkartoffeln |
Die Angaben sind als Orientierung gedacht, denn Reifegrad, Boden und Lagerung verändern die Konsistenz. Für ein cremiges Püree ist eine mehligere Knolle ideal, während ein formstabiler Kartoffelsalat eine festkochende Sorte verlangt. Genau hier liegt der häufigste Fehler beim Kauf alter Sorten: Die Farbe wird beachtet, der Kochtyp aber vergessen.
Warum diese Rarität in den norddeutschen Garten passt
Der Blaue Schwede ist keine Hochleistungssorte für maximale Erträge. Er lohnt sich vor allem für Menschen, die Geschmack, Sortenvielfalt und besondere Gartenmomente schätzen. Die Ernte ist jedes Jahr ein kleines Überraschungspaket, weil die Marmorierung und Knollengröße unterschiedlich ausfallen können.
Für den ersten Versuch reichen wenige Pflanzkartoffeln. Setze sie an einen sonnigen Platz, halte das Beet gleichmäßig feucht und kontrolliere das Kraut ab dem Sommer regelmäßig. Wer die Ernte nicht lange lagern möchte, kann die Knollen frisch als Pellkartoffeln oder aus dem Ofen genießen, denn dann kommt ihr charakteristisches Aroma am klarsten zur Geltung.